CO2-Piloten fahren elektrisch

Er ist beeindruckt von E-Fahrzeugen am Flughafen. René Jeske arbeitet seit 25 Jahre im Geräteservice der AGS. Und stellt den Fuhrpark nach und nach auf Elektromobilität um. Auch privat weiß er: Auf Kurzstrecke lohnt es sich. Unterstützt wird er dabei durch Felix Markus Meyer. Als Referent Operations behält er die Trends im Blick, findet passende Förderprogramme und schmiedet gemeinsam mit Jeske Zukunftspläne für eine nachhaltige Abfertigung.
ELEKTROMOBILITÄT MIT ERFAHRUNG
145 Fahrzeuge umfasst der Fuhrpark der AGS. Bereits 65 Prozent davon sind elektrisch betrieben. Eine Entwicklung, die nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Gesundheitsschutz der Mitarbeiter zugutekommt.
Schon seit den 1970er Jahren wurden im Gepäckumschlag E-Fahrzeuge eingesetzt. Weil sie im Gebäude fahren, musste auf Abgase verzichtet werden. Eine Notwendigkeit, die alle Flughäfen gemeinsam haben. Heute denken
Jeske und Meyer weiter: Sämtliche Fahrzeuge aus dem Fuhrpark sollen elektrisch betrieben werden. Dafür werden Geräte nach und nach angeschafft oder alte Geräte entsprechend umgerüstet.
CO²-NEUTRALE ABFERTIGUNG
Wenn die Bedingungen stimmen, können bereits heute mehrere Flieger gleichzeitig CO₂-neutral abgefertigt werden: eGPUs zur Stromversorgung, elektrische Schlepper und Förderbänder, Fluggasttreppen und sogar Push-back-Fahrzeuge. Aktuell stecken Jeske und Meyer mitten in der Beschaffung elektrischer Wasser- und Abwasserfahrzeuge für die Flugzeugabfertigung.
AGS-Fuhrpark
Prozent fahren
bereits elektrisch
E-Mobilität auf dem Vorfeld
WAS?
- Beschaffung von E-Abfertigungsgeräten
- Umbau von Dieselfahrzeugen auf Elektromobilität
- Ausbau der Ladeinfrastruktur
Wo?
- Auf dem Vorfeld
Warum?
- Um zukunftsfähig zu sein
- Um den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter zu fördern
- Um Emissionen zu senken
AUS ALT MACH NEU
Auch beim Einkauf neuer Fahrzeuge steht die Nachhaltigkeit im Fokus. Wenn möglich, werden Bestandsgeräte aus dem Fuhrpark auf alternative Antriebe umgerüstet. So können alte Teile weiterverwendet und Emissionen in der
Produktion gesenkt werden. Ein „Second Life“ hat in 2025 beispielsweise ein alter Dieselschlepper erhalten: Beeindruckende 17.580 Stunden ist er seit Dienstantritt in 2011 bis zu seinem Umbau gelaufen. Das entspricht etwas mehr als zwei Jahren. Währenddessen hat das Fahrzeug circa 81.000 Liter Diesel verbraucht. Das entspricht einem CO₂-Ausstoß von 214 Tonnen. Heute fährt er elektrisch. Und spart damit große Mengen Emissionen.
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DAS TEAM IST ÜBERZEUGT
Überzeugungsarbeit müssen die Kollegen selten leisten. Das Abfertigungsteam der AGS erkennt die Vorteile der nachhaltigen Geräte und greift selbstständig gern zur neuen Technologie. Denn die Erfahrung zeigt: Es läuft gut.
Doch Disziplin auf allen Seiten gehört dazu. Damit die Geräte jederzeit geladen und somit einsatzfähig sind. Nichtsdestotrotz hält Jeske vorerst weiterhin Dieselgeräte als Redundanzen vor. Denn Sicherheit und der reibungslose Betriebsablauf haben Vorrang.

VORTEILE FÜR ALLE
Durch den elektrischen Antrieb der Geräte wird der CO₂-Ausstoß am HAJ massiv verringert. Gerade durch die kurzen Strecken während der Abfertigung arbeiten E-Fahrzeuge effizient. In 2024 wurden so bereits 620 Tonnen CO₂ eingespart. Power haben die Geräte auch: Ein elektrisch betriebenes Push-back-Fahrzeug kann bis zu 280 Tonnen bewegen. Auch die Mitarbeiter profitieren von der Umstellung: weniger Lärm auf dem Vorfeld, kaum Abgase während der Arbeit. Gesundheitsaspekte, die überzeugen.
Für die Verkehrsleitung und Vorfeldaufsicht haben wir bereits erste Elektrofahrzeuge bestellt.
Kristian-Thorge Neumann, (FHG) Leiter Flugbetrieb
Auch wir wollen uns so am Erreichen
der Klimaziele beteiligen.
EIGENE LADEINFRASTRUKTUR
Wer seinen Fuhrpark in dieser Größenordnung auf E-Mobilität umstellt, muss auch die passende Ladeinfrastruktur vorhalten. Ein Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt. Seit 2017 gibt es eine große Ladestation mit mehreren Ladepunkten zwischen Terminal A und B. Am Vorfeld West wurde ein weiterer Ladepunkt errichtet. In der Planung sind zwei weitere Ladeflächen mit mehreren Ladepunkten an der Hauptvorfeldzufahrt und an der Geräteunterstellhalle der AGS. Der Fokus liegt dabei in der gesamthaften Planung. Für ein effizientes Lademanagement. So können künftig ausreichend Möglichkeiten vorgehalten werden, um alle Abfertigungsgeräte jederzeit einsatzbereit zu halten.
ENERGIE EFFIZIENT TEILEN
Wenn ein Flugzeug am Terminal parkt, erhält es Strom von der angedockten Fluggastbrücke. Dafür wird nicht jederzeit die komplette Kapazität benötigt. Mittels „Power Share“ wird der Strom, der gerade nicht zum Betrieb des Flugzeuges genutzt wird, an den Fuhrpark abgegeben. Eine intelligente Steuereinheit kann die Lasten je nach Bedarfen verteilen. Per Wallbox am Gebäude können Fahrzeuge geladen werden. Das System wird an zwei Fluggastbrücken getestet.
Bei einer Flugzeugabfertigung kommen bis
zu 20 verschiedene Fahrzeuge zum Einsatz.
Um die Gesundheit der Mitarbeiter und die
Umwelt zu schützen, setzt die AGS vermehrt
auf elektrisch betriebene Geräte. Für verringerte
Schadstoffemissionen. Und weniger
Lärm auf dem Vorfeld.
Wir sind auf Kurs
WIR FÖRDERN DEN EINSATZ
ERNEUERBARER ENERGIEN.
WIR SCHÜTZEN UNSERE MITARBEITER
AM ARBEITSPLATZ.
Umwelterklärung 2025–2027
Die aktuelle Umwelterklärung zum Download
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