Kairo – Entdeckungsreise durch die Geschichte
Geheimnisvolle Pyramidenarchitektur, der Nil als jahrtausendalte Lebensader, die Vielfalt der Basare. Kairo ist gleichzeitiges Eingangstor zur antiken Vergangenheit und zur pulsierenden Gegenwart.
Bereits der Flugverkehr verbindet Gegenwart und Vergangenheit. Das moderne Heliopolos ist Heimat des internationalen Airports. Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich das antike Heliopolos. Aktuell legen dort auch deutsche Archäologen zahlreiche Fundstücke frei. Stück für Stück. In minutiöser Kleinstarbeit. Was beweisen diese Artefakte? Heliopolis war bereits im 4. Jahrtausend vor Christus besiedelt. Über 6.000 Jahre menschliche Zivilisation. Unfassbar.
Durch Alt-Kairo flanieren
Beindruckende Pracht säumt die Al-Muizz-Straße. Herrscherdynastien kamen und gingen. Was blieb waren ihre Paläste, Moscheen und Karawansereien. Bis heute erzählen die Gemäuer ihre Geschichten. Wen wundert es, dass die Straße zum Unseco-Weltkulturerbe zählt. Berühmtestes Gebetshaus auf der Meile: Die Al-Aqmar-Moschee, auch Mondscheinmoschee genannt. Apropos Mondschein. Abends wird die Al-Muizz-Straße zur illuminierten und autofreien Flaniermeile. Eine wunderbare Atmosphäre.


hoch hinaus
16 Etagen, 3 Aufzüge. Einer Lotusblume nachgebildet. Der Kairo-Turm ragt weit in den ägyptischen Himmel. Von oben ist die abendliche Millionen-Metropole zu bestaunen. Ein „Glitzermeer“. Erbaut wurde der eigentliche Fernsehturm aus uraltem Granit. Auch die Pyramiden sind aus diesem Stein errichtet worden. Der Standort: eine der beiden Nilinseln im Stadtteil Zamelek. Eine grüne Enklave mit breiten Alleen. Die Oase der Ruhe tut gut zwischendurch.

Sahara inklusive
Seine Hauptquellflüsse befinden sich in Ostafrika und in Äthiopien. Der Nil durchquert sogar die Sahara. Im Sudan verbinden sich die Flüsse dann zu einem Strom. Ab hier beginnt die Reise Richtung Mittelmeer. Der Nil zählt mit 6.671 Kilometern zu den längsten Flüssen der Welt. Seine historische Bedeutung ist unübertroffen. Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus begibt sich der Gelehrte Herodot auf eine Erkundungsfahrt. Das Alte Testament berichtet über die Lebensrettung von Mose durch Mirjam. Sie legt ihn in ein Nilkörbchen. Und spätestens Agatha Christies „Tod auf dem Nil“ macht den Strom zur Legende.

Ein echtes Weltwunder
Das einzig erhaltene der sieben. Die Pyramiden von Gizeh sind gigantisches Zeugnis von König Cheop. Und sie geben Rätsel auf. Ebenso wie die Große Sphinx. Die Frage nach den exakten Bauweisen beschäftigt die Wissenschaft bis heute. Immerhin 4.500 Jahre nach ihrer Erbauung.
Zur zeitlichen Orientierung: Kleopatra lebte vor rund 2.060 Jahren. Damit ist sie unserer Zeitrechnung etwa 400 Jahre näher als der Lebenszeit von Cheop. Papyrus-Fundstücke aus dem Jahr 2013 widerlegen die Annahme von Sklavenarbeit. Ganz im Gegenteil. Die Ausführung erfolgte durch qualifizierte Arbeiter. Und diese Fachkräfte wurden ordentlich bezahlt und verpflegt.

Jahrtausendalte Nachbarn
Durch die Panoramafenster blickt man auf die Pyramiden. Seit 2025 präsentiert Kairo ein weiteres
Wahrzeichen. Ein hochmodernes. Das Grand Egyptian Museum, kurz GEM genannt. Superlativ sind
nicht allein die Zahlenwerke. Eine halbe Millionen Quadratmeter Ausstellungsfläche. Über 100.000
Exponate. Originalartefakte aus der 7.000-jährigen Geschichte Ägyptens. Überwältigend.

Neue Heimat für Pharaonen
In der Eingangshalle empfängt ein überdimensionierter Pharao die internationalen Gäste. Ramses II. Er lebte um 1.300 vor Christus. Seine Herrschaft war bedeutend. Der Standort im Museum: Symbol von Wertschätzung. Der zentrale Platz hätte dem bis heute populären Pharao gefallen. Sehr sogar. Tägliches Sonnenlicht umströmt die Königs-Statue. Ermöglicht durch die Transparenz von Alabaster und Glasfassaden. Zum Geburtstag und zum Krönungstag trifft die Sonne sogar mitten in sein Gesicht.
Auch Tutanchamun wird im Museum gebührend ins Rampenlicht gerückt. Die berühmte Totenmaske des Kindskönigs sowie der Grabschatz sind als Dauerausstellung zugänglich. Mit über 5.000 Exponaten. Wer könnte aus seinem Leben besser erzählen als der Pharao selbst? Eine audiovisuelle Show macht es möglich.

Auszug von Regierenden seit König Cheop
2.604 bis 2.581
vor Christus
4. Dynastie
Cheops regierte um 2.604 bis 2.581 vor Christus.
Er ließ die Pyramiden von Gizeh erbauen.
796 Jahre
nach Cheops
11. Dynastie
Mentuhotep 2.061 bis 2.010 vor Christus
1.102 Jahre
nach Cheops
18. Dynastie
Hatschepsut regierte als 1. Frau von 1.479 bis 1.458 vor Christus
1.228 Jahre
nach Cheops
18. Dynastie
Echnaton (später mit Nofrete) regierte um 1.353 bis 1.336 vor Christus
1.249 Jahre
nach Cheops
18. Dynastie
Tutanchamun regierte um 1.332 bis 1.323 vor Christus
2.530 Jahre
nach Cheops
Ptolemäische Dynastie
Kleopatra regierte um 51 bis 30 vor Christus
4.534 Jahre
nach Cheops
Arabische Republik Ägypten
Gründungsjahr 1953 bis heute


Claudia Zaltenbach
Mein Tipp für Kairo – ein kleiner Bio Bauernmarkt auf Zamalek
In jeder Stadt, die ich besuche, muss ich mindestens einmal auf einen Markt. Ich muss sehen, was gerade Saison hat, was angeboten wird und was es an besonderen Früchten und Gemüsen gibt. Jeden Samstag von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr gibt es einen kleinen Bauernmarkt im Garten des Nūn Centers auf Zamalek. Alles was hier verkauft wird, kommt aus den Oasen rund um Kairo und wurde ökologisch angebaut. Was besonders ist, sind die hausgemachten Saucen, Dips und Pickles.
Es ist ein kleiner Markt im Garten des Nūn Centers vielleicht nur an die zehn Marktstände, doch man sollte sich einfach ein bisschen Zeit dafür nehmen, denn so mancher Schatz, wie die Salzzitronen, die mit Gemüsen und Öl zu einer aromatischen Paste püriert wurden, aber in einem eher unscheinbaren Glas präsentiert werden, wollen entdeckt werden.
Jeden Samstag (10:00 – 15:00 Uhr)Nūn Center Farmersmarket
4 Shafik Mansour
Zamalek, Cairo, Egypt
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