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Sicher Abheben beginnt am Boden

Es herrschen frostige Temperaturen und dicke Schneeflocken tanzen vom Himmel. Der Winter ist da. Auf dem Vorfeld läuft alles auf Hochtouren. Nicht nur die Schneeräumzüge sind im Einsatz. Auch das De-icing-Team gibt Vollgas. Und das mit ganz speziellen Fahrzeugen. Die Profis sorgen dafür, dass startklare Flugzeuge schnell und sicher enteist werden. Sie sind geschult. Sie kennen jeden Handgriff. Während der ganzen Wintersaison stehen sie in Bereitschaft.

Eisfrei für die Sicherheit

Damit ein Flugzeug sicher starten kann, muss es im Winter enteist werden. Warum das wichtig ist? Vereisung beeinträchtigt die Aerodynamik. Und das beeinflusst den Auftrieb. Zudem erhöht sich das Gewicht. Auch bewegliche Teile können durch Eis blockiert werden. Kurz gesagt: Ein Flugzeug braucht saubere Flächen, um sicher abzuheben. Erst enteisen, dann starten.

Vier De-icing-Fahrzeuge enteisen gleichzeitig ein Flugzeug der Eurowings. Davor steht zur Sicherheit das grüne Pad-Control-Fahrzeug.
Mit der Lizenz zum Enteisen. | © Hannover Airport, M. Lindert

Koordination im Hintergrund

Ob eine Enteisung nötig ist, entscheidet immer die Pilotin oder der Pilot. Grundlage dafür sind die airlinespezifischen Vorgaben und Procederes. Wir legen großen Wert auf die konsequente Einhaltung des sogenannten Clean Aircraft Concepts: Ein Flugzeug muss vollständig von Schnee und Eis befreit sein, damit ein sicherer Start gewährleistet ist.

Das Enteisen wird via Funk bei der Vorfeldkontrolle bestellt. Das Team auf den De-icing-Positionen besteht aus aktuell 28 Mitarbeitenden, die im Schichtbetrieb im Einsatz sind.

Seit dieser Saison unterstützen zwei ganz neue Fahrzeuge die De-icing-Flotte. Die Marke bleibt: Elephant® BETA der Firma Vestergaard (DK). Auf den ersten Blick sehen sie aus wie gewöhnliche Lkw. Doch sie können weitaus mehr. Sie stehen für modernes Enteisen. Weltweit.

Die Nahaufnahme zeigt die Düsentechnik des Enteisungsfahrzeuges E11.
Überzeugende Düsentechnik. | © Hannover Airport, M. Lindert
Die Düse am Ausleger enteist das Leitwerk einer TUIfly-Maschine.
Die Düse lässt sich präzise manövrieren. | © Hannover Airport, M. Lindert
Das De-icing-Fahrzeug E12 steht auf dem Vorfeld. Die höhenverstellbare Kabine befindet sich in der 0-Stellung.
E12 – eines der neuen De-icing-Fahrzeuge. | © Hannover Airport, M. Lindert

Ein Mann – ein Fahrzeug

„Eisbär“, so wird das Spezialfahrzeug liebevoll von den Mitarbeitern genannt. Gesteuert wird es von nur einem Mitarbeiter. Er sitzt dabei in einer schwenkbaren Kanzel. Auf über 12 Meter Höhe ist sie ausfahrbar. Per Joystick lässt sich das Fahrzeug hin- und herrangieren, die Kanzel drehen, hoch- bzw. runterfahren und mit dem Sprüharm zielgenau sprühen. Ganz präzise. Jeder Eisbär hat in seinen Tanks 4.000 Liter Wasser, 2.000 Liter De-icing-Fluid Typ I und 2.000 Liter De-icing-Fluid Typ IV.

Tolle Technik

Der teleskopische Sprühboom ist beeindruckend. Er hält die Düse bei nahezu jedem Flugzeug im idealen Abstand. Konstant. Der Ausleger fährt auf bis zu 12 Meter aus, optional sogar auf 14 Meter. Die Düsenreichweite beträgt bis zu 21 Meter. Dadurch vergrößert sich der Arbeitsbereich um mehr als 40 Prozent. Großartig. Das durchdachte Design überzeugt. Die maximale Flexibilität bleibt erhalten – unabhängig vom Flugzeugtyp.

Ein ganz besonderes Highlight: das Rückwärtsspritzen. Die Düse erlaubt das Enteisen vom hinteren Flügelende aus. Klappen, Leitwerke und andere Bauteile bleiben unberührt. Das erhöht die Präzision und spart Enteisungsflüssigkeit.

Beim Enteisungsvorgang entfernt Typ I Frost oder Schnee. Die Düse ist direkt über der Tragfläche und bring das Enteisungsmittel auf.
Schritt eins mit Typ I. | © Hannover Airport, M. Lindert
Beim Enteisungsvorgang wird Typ IV aufgebracht. Zwei De-icer besprühen ein Flugzeug von Corendon Airlines.
Schritt zwei mit Typ IV. | © Hannover Airport, M. Lindert

Alle für einen

Das Enteisen muss schnell gehen. Deshalb nehmen gleich zwei Enteisungsfahrzeuge die Arbeit am Flugzeug auf. Bei besonders großen Flugzeugen sind vier Eisbären im Einsatz. Punktgenau sprühen die Spezialisten in der Kabine alle Flächen des Fliegers mit heißem Enteisungsmittel ein. Pro Maschine dauert der Vorgang vier bis sieben Minuten. Je nachdem, wie stark die Tragflächen, der Rumpf und das Leitwerk vereist sind.

Mit dabei ist außerdem immer ein grünes Einsatzfahrzeug: das De-icing Pad Control. Es positioniert sich während des Enteisungsvorgangs vor dem Flugzeug. Gut sichtbar. Das Fahrzeug dient als zentrale Kommunikations- und Koordinationsstelle zwischen den Enteisern und dem Icehouse (Vorfeldkontrolle im Tower). Kontrolle und Sicherheit sind oberstes Gebot. Denn erst wenn alles abgeschlossen ist, darf der Pilot weiterrollen.

Vier Enteisungsfahrzeuge sind zeitgleich an einem großen Flugzeug im Einsatz. Vor dem Flugzeug steht das grüne Pad-Control-Fahrzeug
Das ausfahrbare Teleskop spart Zeit. Es verkürzt die Enteisungsdauer deutlich. Gleichzeitig reduziert es unnötige Bewegungen rund um das Flugzeug. | © Hannover Airport, M. Lindert

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